Die Geschichte der Tierkennzeichnung

Arten der Tierkennzeichnung

An dieser Stelle wollen wir auf die Hintergründe der Kennzeichnung von Tieren eingehen und somit vielleicht auch die eine oder andere Frage beantworten.

Welchem Zweck dient die Tierkennzeichnung?

Die Markierung von Tieren dient bei Diebstahl als Eigentumsnachweis und in der Zucht als Abstammungsnachweis, so wie als Sicherung der züchterischen Glaubwürdigkeit und der Leistungskontrolle. Herrenlos aufgefundene Tiere können dadurch sehr schnell einem privaten Besitzer oder Züchter zugeordnet und zurückgeführt werden.

Die Daten der Kennzeichnung werden im EU-Heimtierausweis hinterlegt und dienen somit auch europaweit der zweifelsfreien Zuordnung. Bei grenzüberschreitenden Reisen im EU-Raum besteht seit einigen Jahren die Kennzeichnungspflicht mit Mircotranspondern für Hunde, Katzen oder Frettchen. Zusätzlich muss der EU-Heimtierausweis mitgeführt werden.

Ein weiterer praktischer Aspekt des Transponderchips ist die automatische Öffnung der Katzenklappe für den heimischen Stubentiger. So kann die Katze nach Belieben kommen und gehen. Zudem werden andere Katzen und Tiere am betreten des Hauses gehindert.

Welche Arten der Tierkennzeichnung gibt es?

Der Mensch kennzeichnet seine Tiere schon seit Jahrhunderten, um auf die unterschiedlichsten Wege seine Besitzansprüche geltend zu machen. Dabei hat sich die Art der Kennzeichnung im Laufe der Jahre immer wieder geändert. Heute ein 12mm großer Microtransponder in einer Hülle aus Bioglas das Maß der Dinge. Dieser wird schnell und einfach mit einem Injektor unter die Haut im Bereich des Schulterblattes injiziert. Es ist für die Tiere die effektivste und schonendste Art der Kennzeichnung. Aber welche Optionen gab es früher?

Die Beringung

Vögel werden in der Regel im Rahmen von Forschungsprojekten beringt. Dabei wird ein nummerierter Ring aus Plastik oder Metall am Fuß des Vogels befestigt. Die erste wissenschaftliche Vogelberingung wurde im Jahr 1899 von dem Dänen Hans Christian Cornelius Mortensen vorgenommen. Seit dieser Zeit wurden viele Erkenntnisse bezüglich der Flugrouten, Lebensdauer und Verhalten der Vögel gewonnen. Geflügel werden ebenfalls beringt, allerdings eher um die Herkunft des Fleisches zu dokumentieren und eine einwandfreie Aufzucht zu gewährleisten.

Das Brandzeichen

Die Markierung mittels Brandzeichen wird meistens bei Rindern und Pferden vorgenommen. Man unterscheidet dabei zwischen einem Heiß - und Kaltbrand. Beim Heißbrand wird ein eiserner Stempel in Form des Brandzeichens erhitzt und dem Tier auf die Haut gesetzt. Dabei entsteht Narbengewebe in Form des Zeichens, welches ein Leben lang sichtbar bleibt. Bei der Kaltbrandvariante wird das Eisen mit flüssigem Stickstoff auf minus 80° abgekühlt. Die Pigmentzellen der oberen Schichten werden zerstört. Das hat zur Folge, dass an dieser Stelle nur noch weißes Fell in Form des Zeichens nachwächst. Seit der Erfindung des Microtransponders, wird von diesen Methoden der Markierung immer mehr Abstand genommen.

Die Tätowierung

Lange Zeit wurden Hunde, Katzen und einige Nutztiere mit einer Tätowierung im Ohr markiert. Diese schmerzhafte Prozedur ist allerdings nur unter Vollnarkose möglich und birgt so ein nicht unerhebliches Risiko für das Tier. Zudem ist das Tattoo nicht fälschungssicher oder beständig, denn es kann jeder Zeit ein Zeichen hinzugefügt werden, oder das tätowierte Ohr wird direkt entfernt.
Ein weiterer Nachteil ist die schlechte Sichtbarkeit bei dunkelfarbigen Bereichen der Haut. Im Laufe der Jahre kann die Farbe des Tattoos verblassen, so dass die Nummer nicht mehr lesbar ist, es müsste daher mit der Zeit erneuert werden. Die fehlenden verbindlichen Vorschriften bei der Vergabe von Nummern und der Vermeidung von Dopplungen sind da nur noch das bürokratische Problem der Ohrtätowierung. Kleintiere können oft wegen ihrer Größe nicht tätowiert werden.

Die Ohrmarken

Die Ohrmarke wird meistens bei Nutztieren wie Rindern, Büffeln, Schweinen, Ziegen und Schafen zur Identifikation genutzt. Dabei werden beide Ohren mit einer Marke versehen. Die Beschriftung einer Ohrmarke in der Europäischen Union ist durch die Verordnung Nr. 2629/97 festgelegt. Die Marke muss aus biegsamem Kunststoff gefertigt sein. Sie sollen fälschungssicher und nicht wiederverwertbar sein. Die Angaben auf der Ohrmarke dürfen nicht entfernbar und immer gut lesbar sein. Ohrmarken werden in den ersten Lebenstagen der Tiere angebracht und verbleiben dort bis zu ihrem Tod. Sollte doch mal eine Marke verloren gehen, muss diese vom Tierbesitzer unmittelbar ersetzt werden.